Gedanken zur Bremer Bürgerschaftswahl

Die Bremer haben gewählt und es zeichneten sich bereits im Vorfeld verschiedene Tendenzen ab: die Grünen profitieren immer noch von der Atompanik und die FDP kommt trotz des Vorzeige-Adoptivzöglings mit Migrationshintergrund nicht auf einen grünen Zweig und verliert sogar ihre Sitze im bremischen Parlament.

Während die FDP zumindest einen Hauch von Charakter zeigt und ihren Vorstand in Bremen geschlossen zurücktreten lässt, gibt es bei der CDU bislang keine personellen Veränderungen. Hat die Union vor der Übermacht der derzeitigen Öko-Welle resigniert und möchte erst bei deren Abflachen wieder angreifen? Oder ist man schlicht zu dümmlich-arrogant, um das katastrophale Ergebnis auch personell analysieren zu können? Schließlich haben die Grünen ein historisches Ergebnis eingefahren und sind auf Landesebene erstmals stärker als die Union…und solange sich die Union nicht auf einen geraden Kurs begibt (was nicht Muttis größte Stärke sein dürfte), wird’s auch nichts mit den Wählerstimmen.

Was mir aber wirklich aufstößt ist die Tatsache, dass der Erfolg der „Bürger in Wut“ kaum mediales Interesse erfährt. Zwar haben die BIW ihren Stimmenanteil mit einem Zuwachs von fast 3% enorm steigern können und gehören damit neben den Grünen zu den Gewinnern der Wahl, allerdings scheinen sie nicht in das heile Weltbild der Bremer Politik zu passen. Warum das so ist, ist so einfach wie enttäuschend: die BIW gelten wie nahezu alle Kleinparteien, die sich in den letzten Jahren aus enttäuschten Ex-„Volkspartei“mitgliedern formierten (BIW, Die Freiheit, PdV,usw), als rechtspopulistisch. Und wie wir ja bereits mühevoll indoktriniert bekommen haben, ist rechts schlecht und links ist gut. Selbst die Mitte ist schlecht, wie die SPD als selbsternannte Kraft der Mitte in den vergangenen Wahlen erfahren musste.

Prinzipiell ist mir das Schubladendenken eigentlich Wurscht. Hier tritt aber mein Gerechtigkeitssinn zutage: eine politische Richtung, gerade natürlich auch die, die sich plakativ für Offenheit und Toleranz einsetzt, kann und sollte keine andere Richtung diffamieren oder verleumden.

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2 Antworten to “Gedanken zur Bremer Bürgerschaftswahl”

  1. M. Sachse Says:

    Schade, dass´ein Impressum feht. Wie soll so ein Dialog enstehen?
    M. Sachse

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