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Gedanken zum Islam

Posted in Religion with tags , , , on 1. Juni 2011 by noergelbuerger

Nachdem ich in meinen letzten Beiträgen ja mehrfach über die linken Parteien und deren ideologisches Spektrum auf eine eher unkonventionelle Weise geschrieben habe, möchte ich mich kurz und zwanglos eines Themas annehmen, das gerade in konservativen Kreisen für Aufregung sorgt: den Islam.

Natürlich bin ich hier in gewisser Weise familiär geprägt, da ein angeheiratetes Familienmitglied ebenfalls islamischen Glaubens ist. Dieses Mitglied ist als praktizierender Arzt jedoch mehr als „gut integriert“. Und hier ist direkt der Unterschied festzumachen: man kann nicht jeden Menschen, der dem islamischen Glauben pflegt, per se pauschalisieren.

In Folge der Panikmache spricht man kaum mehr von „Moslems“, sondern viel mehr von „Islamisten“, der radikalisierten Form der Moslems. Das spiegelt auch das Image der Moslems wieder: ein Moslem ist, so wie jeder Verbindungsstudent im Klischee auch, sexistisch, intolerant und patriarchalisch geprägt. Soweit zu den Vorurteilen.

Unbestritten ist natürlich, dass der Islam aus einem völlig anderen Kulturkreis stammt, als das Christentum. Logisch. Somit ist es natürlich auch vollkommener Blödsinn, dass der Islam zu Deutschland gehöre. Dennoch ist es eine Tatsache, dass der Islam in Deutschland angewachsen ist, und uns in weiten Teilen des Alltags begleitet. Doch warum ist der Islam derart verpönt?

Es liegt sicherlich nicht an der Religion selber, denn jede Religion ist frei auszulegen. So gibt es auch unter den verschiedenen christlichen Strömungen radikalisierte Gruppen, die mitunter ebenso radikal, sexistisch und wasweissich sind. Da es natürlich viel medienwirksamer ist, gerade nach 9/11, liest und hört man natürlich nur von den bösen Islamisten.

Wo hat das seinen Ursprung? 9/11 dürfte sicherlich ein Faktor sein, doch stammt der latente Hass auf Moslems ja nicht erst aus dem letzten Jahrzehnt. Ich wage zu behaupten, dass das Image des Islam natürlich von den Vertretern im Alltag geprägt wird…und das ist nunmal nicht nur der nette Dönermann von nebenan, nicht der liebe Gemüseverkäufer (um mal die Berufsklischees zu bedienen), sondern auch die Vertreter der bildungsfernen und durchaus gewaltbereiten Migrantenunterschicht. Und gerade diese Menschen bleiben einem, womöglich sogar durch eigene unliebsame Begegnungen, in Erinnerung, was in der Natur des Menschen liegt: man merkt sich eher das Negative, als dem Positiven lange nachzurennen.

Negative Erlebnisse ziehen natürlich auch eine Reihe von negativen Emotionen mit sich, die sich unversehens auf viele andere Menschen desselben „Schlags“ ausbreiten…und schwupps hat man sich ein nettes Vorurteil gebastelt.

Doch genug von der Amateurpsychologie. Fazit ist, dass Menschen unterschiedlich sind. Und genauso unterschiedlich legen sie ihre Religion aus. Ich halte daher nichts von pauschalisierenden Aussagen, die Moslems über einen Kamm scheren. Natürlich kann und darf man nicht übersehen, dass es gerade in der Unterschicht besorgniserregende Entwicklungen gibt, die es zu bekämpfen gilt. Die Kriminalitätsstatistiken sprechen hierbei für sich. Interessierte können sich den Kriminalitätsbericht des BKA von 2009 hier herunterladen (14MB, pdf-Format)